Schnupfen © fotolia.de

Schnupfen (Rhinitis) stellt im Winter, begünstigt durch Kälte und trockene Heizungsluft, eine häufige Erkrankung dar.

Obwohl Schnupfen als lästig, aber meist harmlos angesehen wird, können durch einen unbehandelten Infekt weitere Erkrankungen entstehen. Außerdem kann die Verlaufsdauer, die in der Regel 7-10 Tage beträgt, durch entsprechende Behandlung oft verkürzt werden.

Entstehung und Verlauf des Schnupfens

Zu Beginn der Erkrankung, die stets durch Viren (v.a. Rhino- und Adenoviren) verursacht wird, sind meist Brennen und Kitzeln in der Nase spürbar, bedingt durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Im ersten Stadium, dem sogenannten Fließschnupfen, wird reichlich wässriges und klares Sekret gebildet, außerdem wird die Nasenatmung durch die Anschwellung der Nasenschleimhaut stark behindert; Niesreiz und Augentränen kommen häufig hinzu. Nach wenigen Tagen geht der Schnupfen in das zweite Stadium über, den Stockschnupfen. Jetzt kommt es zu einem vermehrten Eindicken des Sekretes. Siedeln sich zudem Bakterien in der Nasenschleimhaut an, färbt sich das Sekret gelblich. Als unangenehme Begleiterscheinungen treten häufig fehlender Geruchs- und Geschmackssinn auf; der Schlaf ist durch die behinderte Nasenatmung meist gestört und wenig erholsam.

Mögliche Folgeerkrankungen

Eine wichtige Aufgabe der Nasenschleimhaut ist es, die Atemluft zu filtern, zu befeuchten und vorzuwärmen. Ist die Nase nun verstopft, atmet man durch den Mund. Folgedessen trifft die Luft kalt, trocken und mit Krankheitserregern beladen auf das Bronchiengewebe, und eine Entzündung in diesem Bereich (Bronchitis) kann die Folge sein. Außerdem werden durch die verhinderte Nasenatmung die Nebenhöhlen nicht ausreichend belüftet; Bakterien nisten sich daher leicht ein und können zu einer Entzündung der Nebenhöhlen (Sinusitis) führen. Gelangen Erreger aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Eustachische Röhre in den Mittelohrbereich, ist auch hier eine Entzündung (Otitis media) möglich.

Behandlung

Mittel der Wahl sind chemisch-synthetische Wirkstoffe (Alpha-Sympathomimetika), die als Nasentropfen, -sprays, -salben, oder -gele lokal angewandt werden. Sie führen durch Verengung der feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zu einer Abschwellung in diesem Bereich und wirken zudem sekretionshemmend. Die Nasenatmung wird daher sofort erleichtert. Die Wirkung hält über mehrere Stunden an. Die Anwendungsdauer der abschwellend wirkenden Nasentropfen soll auf maximal 5 - 7 Tage begrenzt werden, da ein längerer Gebrauch zu Nasentrockenheit und chronischem Schnupfen (Rhinitis medicamentosa) führen kann. Die zusätzliche Einnahme von chemischen oder pflanzlichen Mucolytika und Sekretolytika bewirkt gute Schleimlösung. Dadurch wird auch einer möglichen Sinusitis vorgebeugt. Zu beachten wäre, dass diese Medikamente ihre volle Wirkung nur bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr (2 - 3 Liter pro Tag) entfalten können.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Nasenduschen ermöglichen das Ausspülen von Viren und können so zur Behandlung, aber auch vorbeugend, eingesetzt werden. Als Spüllösungen eignen sich isotonische Kochsalzlösung oder Meerwasser. Dexpanthenol, das z.T. in Kombination mit abschwellenden Wirkstoffen eingesetzt wird, fördert die Regeneration der Schleimhaut. Hyaluronsäurehaltige Tropfen bewirken eine optimale Befeuchtung in diesem Bereich. Inhalationen mit warmen Salzlösungen oder ätherischen Ölen können die Infektion ebenfalls eindämmen. Säuglingen helfen Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung. Brustsalben können ebenso gut eingesetzt werden, dürfen aber für Säuglinge kein Menthol enthalten!

Vorbeugung

Ein starkes Immunsystem ist ein guter Schutz vor Infekten. Bewegung an frischer Luft ist ebenso zu empfehlen wie eine ausgewogene Ernährung mit ergänzenden Vitamin- und Spurenelementgaben. Auch hochdosiertes Vitamin C (500-1000 mg pro Tag) ev. in Kombination mit dem Spurenelement Zink stärkt das Immunsystem. Zudem gibt es pflanzliche Präparate, die die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen. Allen voran Echinacea purpurea, der rote Sonnenhut. Auch wenn ein Schnupfen nicht von heute auf morgen ausgestanden ist, gibt es doch viele Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung; wir beraten Sie gerne!