Orthomolekulare Medizin © fotolia.de

Orthomolekulare Medizin, Mikronährstoffe…..was ist denn das nun schon wieder ? Vielleicht haben Sie das auch gedacht, als Sie den Titel gelesen haben. Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer und kälter werden, kommen viele Menschen mit grippalen Infekten zu uns in die Apotheke. Hier kann die orthomolekulare Medizin mit der Einnahme der richtigen Mikronährstoffe helfen, gut durch den Winter zu kommen.

Mikronährstoffe sind lebensnotwendige Substanzen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, sondern von außen zuführen muss. Zu den Mikronährstoffen gehören Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, zusätzlich auch noch bestimmte Aminosäuren und Fettsäuren. Der Mensch benötigt ca. 47 solcher lebensnotwendiger Substanzen. Wie der Name schon sagt, werden relativ kleine Mengen benötigt, die aber im menschlichen Organismus große Wirkung zeigen.

Orthomolekulare Medizin ist ein Teil der Schulmedizin und bildet die wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Mikronährstoffen, also von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in Vorbeugung und Therapie. Der Name leitet sich ab von den griechischen Worten „orthos“, das bedeutet richtig oder gut, und „molekular“, was kleinster Baustein bedeutet. Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich also damit, wie man die richtigen Mikronährstoffe dem Körper zuführt. Wichtig ist hier auch das Zusammenwirken der einzelnen Vitamine und Spurenelemente in Betracht zu ziehen. Die orthomolekulare Medizin ist eng mit dem Namen Lothar Burgerstein verbunden. Er führte als Erster die aus den USA stammende orthomolekulare Medizin in Europa ein.

Brauchen wir überhaupt zusätzliche Vitamine und Spurenelemente ?

Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind unsere Bausteine für Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude. Ohne sie kann unser Körper nicht funktionieren und reagiert mit geschwächter Abwehr und Krankheit. Die Aufnahme erfolgt normalerweise mit der Nahrung, aber heutzutage herrscht ein Mangel im Überfluss: Ein Mangel an Mikronährstoffen im Überfluss der Nahrung. Bedingt wird dieser Mangel durch veränderte Essgewohnheiten (Fertiggerichte, Fastfood...), durch die Verarmung der Böden an verschiedenen Elementen z.B. Selen, Magnesium...), aber auch dadurch, dass sich der Bedarf für den Menschen erhöht hat (erhöhter Stress, vermehrte Umweltbelastung).

Es macht also durchaus Sinn, den Bedarf an bestimmten Vitaminen und Spurenelementen gezielt mit einem entsprechenden Präparat aus der Apotheke zu decken.

Die orthomolekulare Medizin kennt dabei verschiedene Dosierungsmöglichkeiten:

  1. Normaler Tagesbedarf: Er deckt den Tagesbedarf eines gesunden Nichtrauchers
  2. Erhöhter Bedarf: Bei erhöhter Belastung, z. B. Schwangerschaft, Rauchen, Rekonvaleszenz
  3. Therapeutischer Bedarf: Höhere Dosierung, um einen bestimmten therapeutischen Effekt bei Krankheiten zu erzielen.

Diese verschiedenen Dosierungsmöglichkeiten sei kurz am Spurenelement Zink erklärt: Der Tagesbedarf beträgt hier 8 - 15 mg für einen gesunden Erwachsenen. Der erhöhte Bedarf liegt bei 30 mg. Da das Spurenelement Zink sehr viele Viren hemmt, kann es sehr gut zur Unterstützung bei vielen viralen Infekten eingenommen werden (Schnupfen, aber auch bei Fieberblasen). So wird das Immunsystem unterstützt und meist auch die Dauer der Krankheit verkürzt. Hier ist eine höhere therapeutische Dosis nötig, die über kurze Zeit eingenommen wird: 60 mg fünf Tage lang. Bei Fieberblasen ist zusätzlich die Einnahme der Aminosäure Lysin empfehlenswert.

Diese kurze Einführung in die Orthomolekulare Medizin und die damit verbundenen Tipps zur Stärkung des Immun­systems werden Ihnen eine Hilfe sein, gut durch den Winter zu kommen, um auch die Freuden des Winters genießen zu können.